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10.02.2015

Gesundheit STREITFALL STERBEHILFE Bericht über die ASG-Veranstaltung zur Sterbehilfe am 10.12.2014

Die Veranstaltung: Etwa 50 Teilnehmerinnen waren der Einladung der ASG Hamburg zum Thema "Sterbehilfe" in der Ärztekammer Hamburg am 10. 12. 2014 gefolgt: Ärzte, Juristen, Pflegende, viele von ihnen fachkundig, weil in den Bereichen Palliativbetreuung und Hospizpflege tätig.

Der Rahmen: Bernd Seguin, Journalist, langjähriger Redakteur und Ressortleiter für Sozial- und Gesundheitspolitik bei NDR 90,3 moderierte die Veranstaltung so, dass unsere Expertin Kirsten Fehrs (Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Sprengel Hamburg und Lübeck) mit unseren Experten Dr. Lutz Hoffmann (Palliativmediziner), Dr. med. Wolfgang Wodarg (Sprecher der Enquetekommission Ethik und Recht der modernen Medizin), Markus Kehrbaum (Fachanwalt für Medizinrecht), Klaus Schäfer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vizepräsident der Ärztekammer und den weiteren Teilnehmer von Beginn an miteinander ins Gespräch kommen konnten. Auf lange Referate wurde verzichtet. Die Diskussion unter den Experten und mit dem Publikum verlief offen, auch kontrovers, aber immer respektvoll.

Der Ausgangspunkt: Die Mitglieder des Deutschen Bundestages werden ein Gesetz zu dieser existentiellen Frage, was rechtlich erlaubt sein muss und wo die Grenzen zu ziehen sind, beschließen, Das Ziel der Veranstaltung war es, uns und weitere Interessierte darüber fachlich und sachlich zu informieren.

Die Problemlage: Menschen haben weniger Angst, zu sterben, also meist keine Angst vor sie fürchten sich vor Schmerzen, vor dem Alleinsein, davor, anderen zur Last zu fallen, und vor Situationen, in denen ihre Würde verletzt werden könnte. Hat jemand derartige Ängste, liegt der Wunsch nahe, den Moment seines Todes selbst zu bestimmen, bzw. seine Sterbephase durch eine "aktive" Sterbehilfe zu verkürzen.

Die stark technisierte Medizin, die hochspezialisierten stationären Einrichtungen und die sich ständig ausweitenden Möglichkeiten der Lebenserhaltung und Lebensverlängerung auch für Menschen mit hohem Lebensalter bestärken den Eindruck, die Medizin kenne keine Grenzen mehr und verweigere dem Menschen systematisch jene intime Zuwendung, die eine Entscheidung über das Unterlassen von Behandlungsmaßnahmen erst möglich macht. Dieses Gefühl fördert in besonderem Maß den Wunsch der Menschen nach stärkerer Selbstbestimmung am Ende des Lebens. Er entsteht häufig aus voller Gesundheit heraus. Wer Zuwendung, Hilfsbereitschaft und Handeln aus gemeinschaftlicher Übereinstimmung heraus bereits erfahren hat, dämpft diesen Wunsch.

Lösung und Forderung: Die Palliativmedizinische Versorgung, deren Ausbau wir fordern, beginnt mit der Beteiligung der Patienten an den Entscheidungen über das Ausmaß und die Fortsetzung medizinischer Maßnahmen. Sodann ist dafür Sorge zu tragen, dass jeder Patient, der am Ende seines Lebens unter erheblichen Beschwerden leidet, unabhängig davon, ob er eine bösartige Erkrankung hat oder ein anderes chronisches zum Tode führendes Leiden, palliativmedizinisch betreut wird.

Die Palliativmedizin am Ende des Lebens bietet Beschwerdeminderung und Zuwendung. Beide Maßnahmen reduzieren das Bedürfnis der Kranken ihr Leben zu verkürzen oder um eine Hilfe zu Verkürzung ihres Lebens zu bitten, nahezu gen Null.

Im Jahr sterben in Hamburg etwa 20.000 Menschen. Bei 20%, so die augenblicklichen Schätzungen, ist eine Betreuung durch Palliativstationen, Hospize oder eine Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) nötig. Diese Zahl wird inzwischen knapp erreicht, aber nur in Hamburg, nicht in den Flächenstaaten. Darüber hinaus dürfte die 20%-Quote zu niedrig angesetzt sein. Deshalb fordert die ASG, die Palliativversorgung weiter auszubauen und durch entsprechende Forschungsunterstützung herauszuarbeiten, wo der eigentliche Bedarf liegt und wie er befriedigt werden kann. Unter diesen Gesichtspunkten ist eine "aktive Sterbehilfe" überflüssig.

Quintessenz: Die Ergebnisse aus dieser Veranstaltung und unsere langjährigen Erfahrungen bestärken uns in der Forderung:

  • Keine "aktive Sterbehilfe"!
  • Ausbau von Hospizen und Einrichtungen der stationären und ambulanten Palliativ-versorgung

Wir werden unsere Bundestagsabgeordneten, insbesondere die Gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktion sowie den Arbeitskreis Christen in der SPD über das Ergebnis der Veranstaltung informieren und unsere Bundestagsabgeordneten auffordern, keinem Gesetzesvorhaben zuzustimmen, das die professionalisierte oder durch zu diesem Zweck gegründete Vereine unterstützte aktive Sterbehilfe zulässt.

"ASG vor Ort" - Besuch in Harburg

Im Februar 2017 war der ASG-Vorstand vor Ort in Harburg bei den dortigen Bezirksabgeordneten: Claudia Loss und Eftichia Olowson-Saviolaki zu Gast. Beide sind in Harburg Mitglieder des Gesundheitsausschusses der Bezirksversammlung Harburg. Uns als ASG-Vorstand ist es wichtig, dass wir zum einen wissen, welche gesundheitspolitischen Themen die Kommunalpolitik vor Ort bewegt und ebenso um die Expertise unserer Mitglieder mit einzubringen und die Genossinnen und Genossen zu unterstützen. Ein zentrales Thema war die medizinische Nahversorgung im Bezirk und die geplanten Alterskompetenzzentren.