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ASG im Dialog
ASG im Dialog
Das Veranstaltungsformat "ASG im Dialog" ist ein wichtiger Baustein für die Arbeit vor Ort in Hamburg. Wir besuchen als ASG-Vorstand die bezirklichen Gremien und ebenso andere Gesundheitsakteure in Hamburg. Uns ist es von großer Bedeutung mit verschiedenen Akteuren als allen Bereichen des Gesundheitswesens in Kontakt zu treten und diesen kontinuierlich zu pflegen. Der regelmäßige und direkte Austausch ist unerlässlich für das Verständnis gesundheitspolitischer Themen und Zusammenhänge. Wir wollen nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen, sondern gehen aktiv auf die Institutionen und Gremien zu.
ASG im Dialog - Wichtige Themen für Hamburg
Die ASG hat sich im Rahmen ihrer Mitgliederversammlungen mit diversen Themen befasst, von denen zwei ganz besonders hervorgehoben werden sollten.
Bereits im Jahr 2026 wurde eine Initiative der Evangelischen Stiftung Alsterdorf vorgestellt, die eine Aufgabe in ihren Fokus nimmt, der mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Es geht um die Gesundheit von Menschen mit Behinderung. Daten zeigen, dass diese Menschen unter anderem eine etwa 15 Jahre geringere Lebenserwartung haben, bis zu 30 Prozent adipös sind und zur Hälfte kaum oder gar keinen Facharzt finden.
Unter dem Motto „Gesundheit für Alle" setzt die Initiative an.
Eine enorm wichtige Aufgabe leistet in diesem Zusammenhang das Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion (SIMI). Wobei sich das SIMI als Ergänzung zum medizinischen Versorgungsangebot durch niedergelassene Ärzt:innen versteht. In gemeinsamen Fallbesprechungen werden die Untersuchungsergebnisse ausgewertet, um die notwendigen Therapien veranlassen zu können.
Aktion #Halt zu Gewalt
Zu Beginn des neuen Jahres ging es um ein anderes, wichtiges Thema: die leider zunehmende Aggression gegenüber medizinischem Personal. Vor drei Jahren hat der Asklepios Konzern einige Vorfälle in Hamburg zum Anlass genommen, die Aktion #Halt zu Gewalt! zu starten. Der Vorstand, der Konzernbetriebsrat und der Konzernbereich Personal und Service setzen seither gemeinsam ein deutliches Zeichen. Vor allem in den Notaufnahmen wird durch geeignete Maßnahmen das medizinische Personal besser geschützt (Notrufe, Schutzräume, interne Schulungen, Optimierung des Infotainments für Patient:innen, Anpassung der Hausordnung u. a. m.). Auch die örtliche Polizei wurde in die Abstimmung zur Ausgestaltung dieser Maßnahmen einbezogen.
Jeden Tag erleben die Mitarbeitenden verbale, nonverbale, körperliche und rassistische Gewalt. Selbst in Abteilungen, in denen zunächst kein aggressives Verhalten vermutet werden würde, kommt es zu Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten gegenüber dem Krankenhauspersonal. Wenn etwa auf der Säuglingsstation der Zugang nach 18 Uhr oder für bis zu 20 Personen und mehr verweigert wird.
Zwischenzeitlich liegen bereits einige Daten vor, die aufzeigen, bei welchen Patient:innen, bei welchen medizinischen Indikationen und in welcher regionalen Zuordnung die Agrgressionen signifikant auftreten.
Mit dieser Initiative hat Asklepios erkennbar „den Nagel auf den Kopf" getroffen: Beim Betriebsrätetag 2025 erhielt Asklepios für die Initiative den Preis in Gold. Demzufolge gibt es nachvollziehbar viele Anfrage zu dieser Aktion.
In den kommenden Monaten stehen weitere Themen auf der Agenda der ASG, die das breite Spektrum der Hamburger Gesundheitspolitik aufzeigen. Hierzu gibt es jeweils rechtzeitig Einladungen über den Verteiler der SPD.
"ASG im Dialog" -Gespräch mit Staatsrat Tim Angerer
In der jüngsten Ausgabe von "ASG im Dialog" war Staatsrat Tim Angerer zu Gast, um über die anstehenden Herausforderungen zu berichten. Er skizzierte vier Schwerpunkte für das Jahr 2024, die auch im neuen Jahr wichtig bleiben.
Hamburg verzeichnet eine signifikante Zunahme bei psychischen Erkrankungen. Diese sind mittlerweile nicht nur aus medizinischer Sicht eine große Herausforderungsondern auch für Helfer, Ärzte, Polizei und andere. Hier will die Behörde durch den Psychiatrieplan und gezielte und umfangreiche Maßnahmen erreichen, dass eine multilaterale Kooperation möglichst aller Beteiligten dieser Entwicklung entgegensteuern kann.
Ein weiteres Problem ergibt sich durch die Obdachlosigkeit in bestimmten Gebieten Hamburgs. Auch da sind eine bessere Vernetzung sowie wirksame, die Lebenslage der Betroffenen verändernde Maßnahmen notwendig.
Hamburg für Krankenhausreform gut aufgestellt
Im Rahmen der anstehenden Krankenhausreform sieht Angerer Hamburg gut aufgestellt. Und zwar nicht nur dadurch, dass Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer als Koordinatorin der SPD-geführten Länder maßgebliche Akzente bei der Reform setzen konnte. Hamburg wird als Stadtstaat die Umsetzung der Reform recht gut bewältigen. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit allen Akteuren, insbesondere den Krankenhäusern.
Für die ambulante Versorgung sieht Angerer Herausforderungen v.a. in der über das Stadtgebiet ungleichen Verteilung von Praxen.Auch der Umstand, dass in absehbarer Zeit fast 30 Prozent der Hausärzte in den Ruhestand gehen, ist eine Herausforderung. Die bisherigen Gespräche mit der KV Hamburg müssen hierzu intensiviert werden. Die von der ärztlichen Selbstverwaltung entwickelten Maßnahmen müssten verstärkt werden.
Hamburg ist auf einem guten Weg
Im Anschluss an die Ausführungen von Tim Angerer entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit allen Anwesenden. Am Ende zeigte sich Angerer optimistisch, dass Hamburg auf einem guten gesundheitspolitischen Weg ist. Das gilt auch für die Gesprächslage, die mit den angrenzenden Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen erfolgt.
"ASG im Dialog" - Mitgliederversammlung
Im Januar 2024 fand unsere Mitgliederversammlung im Kurt-Schumacher-Haus statt. Neben der Beratung aktueller Anträge stand uns auch die Europakandidatin der SPD Hamburg, Laura Frick, Rede und Antwort.
Im Anschluss berichtete Elke Jakubowski, derzeit für die WHO im Bundesgesundheitsministerium tätig, was wir in Deutschland von Gesundheitssystemen anderer Länder lernen können. Insbesondere in Sachen Digitalisierung sind uns zum Beispiel skandinavische Länder voraus. Außerdem spielt das Thema Prävention in anderen Ländern eine deutlich größere Rolle.
Zahlreiche Infos gibt es dazu auf der Webseite https://eurohealthobservatory.who.int/.
„ASG im Dialog“ online - Gespräch zu Long Covid
Bei der virtuellen April-Sitzung des ASG-Vorstandes hat uns Dr. Elke Jakubowski von der Sozialbehörde über das Long-Covid-Syndrom berichtet. Sie ist ärztliche Leiterin der Fachabteilung Infektionsschutz und Öffentlicher Gesundheitsdienst.
Ist der Krankheitsverlauf länger als 28 Tage, dann spricht man von Long Covid. Es kann zu anhaltenden Funktionseinschränkungen verschiedener Art kommen, berichtete Elke Jakubowski. Jeder und jede kann davon betroffen sein, auch Hochleistungssportler, junge und gesunde Menschen genauso wie auch Menschen mit Vorerkrankungen. Der Anteil von Menschen mit anhaltenden Beschwerden im Sinne eines Long-Covid-Syndroms beträgt je nach Studiendesign zwischen fünf und zehn Prozent. Die Beschwerden sind oft durch fortgesetzte Symptome der akuten Erkrankung gekennzeichnet. Häufig sind beispielsweise Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen oder der fortgesetzte Verlust von Geschmacks-und Geruchssinn. Auch Konzentrations- und allgemeine Leistungsschwächen sind typisch für das Long-Covid-Syndrom. Besonders häufig tritt bei Betroffenen das Chronische Erschöpfungssyndrom auf. Die genauen Pathophysiologischen Zusammenhänge der fortgesetzten Beschwerden sind noch nicht hinreichend erforscht. Bekannt ist, dass das Virus nahezu alle Organsysteme in Mitleidenschaft zieht, etwa das Gehirn, das Herz, die Leber oder Niere und Darm.
Auch aufgrund der unterschiedlichen Beschwerden sind die Therapieansätze idealerweise multidisziplinär: Besonders wichtig ist laut Elke Jakubowski die Physiotherapie, aber auch Ergotherapie mit Konzentrationsübungen kann die Patienten bei der Genesung unterstützen. Atemtherapie und langsam gesteigerte Bewegungstherapie können ebenfalls zu einem möglichen individuellen Therapieplan gehören. Medikamentös werden Beschwerden symptomatisch z.B. zur Behandlung von Schmerzen behandelt. Eine ursächliche medikamentöse Therapie des Long-Covid-Syndroms konnte bislang wissenschaftlich noch nicht gesichert werden.
Spezielle Rehabilitationsangebote und Covid-19-Nachsorgeambulanzen unterstützen die Patienten auf dem Weg der Genesung. Dort findet eine Erstvorstellung nach 28 Tagen statt. Die Patienten profitieren sehr von einem individuellen Gesundheitsplan, wie er beispielsweise nach den professionellen Leitlinien in England in den hausärztlichen Sprechstunden bedarfsbezogen empfohlen werden soll.
„Das Coronavirus wurde immer wieder unterschätzt, auch hinsichtlich der Langzeitfolgen“, so die Expertin. Ein Großteil der Patienten sei aber nach etwa drei Monaten über den Berg.
Wer mehr über die möglichen Langzeitfolgen von Covid-19 erfahren möchte, dem empfiehlt Elke Jakubowski den NDR-Podcast Corona Virus Update Nr. 67. In dieser Folge spricht Virologin Sandra Ciesek mit dem Lungenfacharzt Gernot Rohde über mögliche Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung.